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Intranet

Ein Intranet ist ein firmeninternes Netz mit einer Website für Beschäftigte. Was darin liegt, wie der Zugang funktioniert und wo es an seine Grenze kommt.

Was ist ein Intranet?

Ein Intranet ist ein firmeninternes Netz mit einer Website, die nur Beschäftigte eines Unternehmens erreichen. Es nutzt dieselbe Technik wie das offene Internet, liegt aber hinter der Anmeldung. Ein Intranet sammelt Dokumente, Formulare, Richtlinien und Nachrichten an einem Ort, damit Beschäftigte sie dort suchen und finden.

Wie unterscheiden sich Internet und Intranet?

Der Unterschied liegt nicht in der Technik, sondern im Adressraum und in der Zugangskontrolle. Firmennetze arbeiten mit Adressbereichen, die im offenen Internet nicht geroutet werden. Die IETF hat sie 1996 in RFC 1918 festgeschrieben, damals mit der Begründung, dass immer mehr Unternehmen „use this technology and its addressing capabilities for sole intra-enterprise communications, without any intention to ever directly connect to other enterprises or the Internet itself". Genau das ist ein Intranet: dieselbe Technik, anderer Adressraum, geschlossener Nutzerkreis.

Das Extranet liegt dazwischen. Es öffnet Teile des Intranets für Lieferanten, Partner oder Kunden, mit eigenen Konten und eigenen Rechten.

Wie kommt man in ein Intranet?

Über ein Konto und ein Gerät, das im Firmennetz zugelassen ist. In der Praxis bedeutet das dreierlei: eine Firmenkennung, meist die Firmen-E-Mail-Adresse, eine Anmeldung, oft per Single Sign-on, und einen Zugangsweg, also entweder das Firmennetz vor Ort oder einen VPN-Tunnel von außen. Moderne Intranets laufen zunehmend als Cloud-Dienst und erlauben die Anmeldung über den Browser, ohne VPN.

Diese drei Voraussetzungen sind zugleich die Stelle, an der ein Teil der Belegschaft herausfällt. In Deutschland hatten 2025 nach Daten von Eurostat 68,4 % der Beschäftigten in Betrieben ab zehn Personen einen Internetzugang für die Arbeit. Im Verarbeitenden Gewerbe waren es 64,1 %, im Baugewerbe 60,6 %, in Verkehr und Lagerei 61,3 % und in der Herstellung von Nahrungsmitteln, Getränken und Tabak 39,2 %. Wer keinen Zugang hat, hat auch kein Konto, und ohne Konto gibt es keinen Weg ins Intranet. Das ist kein Konfigurationsfehler, sondern die Bauart: Ein Intranet setzt eine Identität im Verzeichnis voraus. Genau deshalb steht in Produktion, Pflege und Logistik neben dem Intranet fast immer ein zweiter Kanal, der ohne Firmenkonto auskommt.

Welche Beispiele gibt es für Intranets?

Typisch sind vier Ausbaustufen. Die Dokumentenablage mit Suche, oft auf SharePoint. Das Nachrichtenportal mit Startseite, Redaktion und Kommentaren. Das Serviceportal mit Formularen für Urlaub, Krankmeldung, Bestellungen und IT-Tickets. Und das Mitarbeiterverzeichnis mit Zuständigkeiten und Vertretungen. Die meisten Intranets sind eine Mischung aus zwei oder drei davon, gewachsen über Jahre. Die Jury des Intranet Design Annual der Nielsen Norman Group fasst die jüngeren Gewinnerprojekte so zusammen: Sie zeigen „supporting the return to work and hybrid working, fostering employee growth and development, utilizing AI effectively, and minimizing the need for employees to leave the intranet to access additional tools" (Anna Kaley, Maria Rosala, Kara Pernice und Patty Caya, Nielsen Norman Group, 30. Juli 2023). Der letzte Punkt ist der aufschlussreichste: Das Ziel guter Intranets ist inzwischen, dass niemand sie verlassen muss.

Woran scheitern Intranets im Alltag?

An drei Stellen, und keine davon ist die Software. Erstens an der Pflege: Ohne feste Verantwortung veraltet der Inhalt, und eine veraltete Seite wird beim nächsten Mal nicht mehr aufgerufen. Zweitens an der Suche, weil zehn Jahre gewachsene Ordnerstrukturen jede Suchfunktion überfordern. Drittens an der Bauart selbst: Das Intranet wartet darauf, dass jemand vorbeikommt. Wer es nicht von sich aus öffnet, erfährt nichts.

Brauchen Unternehmen heute noch ein Intranet?

Als Ablage ja, als alleiniger Kanal nein. Verträge, Betriebsvereinbarungen, Formulare und Arbeitsanweisungen brauchen einen Ort, an dem sie versioniert liegen und wiedergefunden werden. Das kann eine App nicht ersetzen. Was ein Intranet nicht leistet, ist Zustellung: Es holt niemanden ab. Die ehrliche Aufteilung lautet deshalb, das Intranet als Ablage zu behalten und für alles Zeitkritische einen Kanal danebenzustellen, der auch ohne Firmenkonto funktioniert.

Was prüfen Betriebsrat und Datenschutz beim Intranet?

Sobald das Intranet erfasst, wer welche Seite wann geöffnet hat, ist es mitbestimmungspflichtig. § 87 Abs. 1 Nr. 6 Betriebsverfassungsgesetz nennt die „Einführung und Anwendung von technischen Einrichtungen, die dazu bestimmt sind, das Verhalten oder die Leistung der Arbeitnehmer zu überwachen". Entscheidend ist die technische Möglichkeit, nicht der Zweck. In der Praxis regelt eine Betriebsvereinbarung, welche Nutzungsdaten anfallen, wie lange sie liegen und wer sie auswerten darf.

Wie ergänzt tchop ein bestehendes Intranet?

tchop erreicht die Beschäftigten, die kein Konto im Intranet haben. Die Anmeldung läuft über einen Zugangscode vom Arbeitgeber statt über eine Firmen-E-Mail-Adresse, die App trägt den Namen des Unternehmens im App Store und bei Google Play, und die Daten liegen auf Wunsch in der EU. Mehrere regionale AOKs betreiben ihre Mitarbeiter-App mit tchop. Die Grenze gehört dazu: tchop ist kein Dokumentenmanagement und kein Ersatz für die Versionsverwaltung eines Intranets.

Mehr dazu auf der Seite Intranet-Software von tchop und im Vergleich Intranet oder Mitarbeiter-App.

FAQs: Intranet

Was ist ein Intranet einfach erklärt?

Eine Website, die nur Beschäftigte eines Unternehmens sehen. Dort liegen Nachrichten, Formulare, Telefonlisten und Richtlinien. Aufgerufen wird sie im Browser wie jede andere Seite, allerdings erst nach der Anmeldung und meist nur aus dem Firmennetz oder über einen gesicherten Zugang von außen.

Was gehört ins Intranet und was nicht?

Ins Intranet gehört alles, was nachgeschlagen wird: Betriebsvereinbarungen, Formulare, Arbeitsanweisungen, Organigramme, Vorlagen. Nicht ins Intranet gehört alles, was innerhalb weniger Stunden ankommen muss. Eine Schichtänderung, eine Störung oder eine Sicherheitsmeldung erreicht über eine Seite, die man aufsuchen muss, genau die Menschen nicht, für die sie gedacht ist.

Erreicht ein Intranet gewerbliche Mitarbeitende?

In der Regel nur teilweise. Der Zugang hängt an einem Firmenkonto und an einem Gerät, und beides fehlt in Produktion, Lager und Pflege häufig. Die Eurostat-Zahlen oben beziffern die Lücke je Branche. Wo sie groß ist, braucht es einen zweiten Weg, etwa eine App mit Zugangscode.

Ist ein Intranet dasselbe wie eine Mitarbeiter-App?

Nein. Das Intranet ist eine Ablage, die auf Besuch wartet. Die Mitarbeiter-App ist ein Kanal, der zustellt. Der praktische Unterschied liegt im Zugang: Das Intranet verlangt eine Firmenkennung, die App kommt mit einem Zugangscode aus. Viele Unternehmen betreiben beides und geben jedem System die Aufgabe, für die es gebaut ist.

Quellen

  • IETF, RFC 1918 „Address Allocation for Private Internets", Februar 1996

  • Eurostat, Datensatz isoc_ci_cm_pn2, Deutschland 2025, Indikator P_IUSE, Einheit PC_EMP, Betriebe ab 10 Beschäftigten, Datenstand 15. Juni 2026

  • Nielsen Norman Group, „The 10 Best Intranets of 2023: Trends in Design and Process", 30. Juli 2023

  • Betriebsverfassungsgesetz, § 87 Abs. 1 Nr. 6

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